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Vorteile der Experten-Evaluation

Neben dem klassischen Usability Test gibt es auch andere Methoden, um die Usability eines Produktes zu überprüfen. Inspektionsbasierte Methoden wie die Experten Evaluation eignen sich gut, um den Stand der Entwicklung zu prüfen und einen Usability Status schnell und kostengünstig zu erfassen. Hier können Verbesserungspotentiale erkannt und die Notwendigkeit für weitere Usability-Maßnahmen abgeschätzt werden. Eine Experten Evaluation wird oft von Usability-Experten oder Fachexperten durchgeführt und basiert auf deren Beurteilung, nachdem sie ein interaktives System geprüft und benutzt haben, um potentielle Usability-Probleme und Abweichungen von anerkannten Kriterien zu identifizieren.

Ihr Urteil gründet sich auf frühere Erfahrungen mit Usability-Problemen und ihr eigenes Wissen über Gestaltungsregeln, Styleguides, die ISO-Norm und Usability-Heuristiken.

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Holger Schlemper

Diplom Designer
UXQB Certified Professional for User Experience
(CPUX-F, UT)

Usability Testing, UX-Beratung
Usability Methoden, User Requirements

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Cognitive Walkthrough

Der Cognitive Walkthrough ist eine Usability-Evaluationsform bei der ein oder mehrere Begutachter eine Aufgabensequenz durcharbeiten und dabei aus der Perspektive des Benutzers die Software hinterfragen.

In einem Tagesseminar mit Unterstützung von Domainexperten und 2 Usability-Experten sowie einem Protokollanten wird das Produkt anhand von vordefinierten Aufgaben „durchgegangen“. Feedback und Usability-Findings werden erfasst und in einem Protokoll niedergelegt.

Es wird auf Faktoren wie z.B. Lernförderlichkeit des Systems für neue Benutzer oder solche, welche das System nur ab und zu nutzen Wert gelegt.  Die teilnehmenden Experten sollten grundsätzlich Wissen über die entsprechenden Anwender besitzen (z,B. aus Personas).

Diese Methode eignet sich vor allem für schnelles, internes Feedback und kann in einem Projektverlauf regelmäßig als Review-Runde betrieben werden.

Pluralistic Walkthrough

Der Pluralistic Walkthrough ist eine Sonderform des Cognitive Walkthrough, bei dem auch ein repräsentativer Benutzer der Testsitzung beiwohnt und sich an der Aufgabenlösung versucht. Der Domainexperte kann aufkommende Fragen in der Sitzung beantworten.
An der Sitzung nehmen in der Regel 2 Usability-Experten und ein Protokollant teil, welcher ein Protokoll der Testsitzung mit den identifizierten Usability-Problemen und besprochenen Verbesserungsvorschlägen erfasst.
Vorteil der Methode ist das Feedback zumindest eines relevanten Benutzers, die Ergebnisse können daher oft deutlich zielführender ausfallen als beim klassischen CW.

Heuristische Evaluierung

Die Heuristische Evaluation (Heuristische Inspektion) als Sonderform der Inspektionsbasierten Evaluation stützt sich auf bekannte Heuristiken (z.B. die Nielsen-Heuristiken oder die Dialogprinzipien aus der ISO 9241-110), also „Daumenregeln“, welche es ermöglichen, die entsprechenden Usability-Findings einzuordnen.

Die Experten durchlaufen während der Experten Evaluation die Handlungsabläufe eines interaktiven Systems aus der Sicht des Benutzers und dokumentieren alle identifizierten Probleme.

Diese Art der Inspektion wird meist von drei Usability-Experten unabhängig von einander auf Grundlage von allgemein anerkannten Prinzipien – den Heuristiken – durchgeführt, danach werden die Ergebnisse kumuliert und ein von allen Experten vertretener Usability-Bericht mit Verbesserungsvorschlägen verfasst. Durch diese Methode wir sichergestellt, dass das Ergebnis nicht von einer einzelnen Meinung bestimmt wird.

Mit einer heuristischen Evaluation können bis zu 60 % der Usability Probleme adressiert werden. Dabei können die Experten Usability-Experten oder Experten im Anwendungsbereich sein (Domainexperten).

COGNITIVE WALKTHROUGH

PLURALISTIC WALKTHROUGH

HEURISTISCHE EVALUIERUNG

DIALOGPRINZIPIEN

NIELSEN-HEURISTIKEN

GUIDELINES

Dialogprinzipien

Die Empfehlungen aus der Norm ISO 9241-110 formulieren folgende 7 Prinzipien als Forderung an benutzbare Dialoge in einem System:

  • Aufgabenangemessenheit: Ein interaktives System muss seinen Benutzer dabei unterstützen, seine Aufgabenziele vollständig, korrekt und mit einem vertretbaren Aufwand und zur Arbeitsaufgabe passenden Dialogschritten zu erledigen.
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit: Ein interaktives System muss so gestaltet sein, dass ein Benutzer jeder Zeit weiß, wo er sich befindet, wie dort hingekommen ist und wie er von da aus weiter vorgehen kann. Der Benutzer sollte seine Handlungsmöglichkeiten ohne Mühe erkennen können.
  • Erwartungskonformität: Das System sollte die Sprache und die „Arbeitsgebräuche“ der Benutzer im Dialog berücksichtigen. Durch Einhaltung von Konventionen und konsistente Gestaltung kann dies erheblich verbessert werden.
  • Fehlertoleranz: Das System sollte Fehlertoleranz sein. Einerseits sollte es vor Fehlern bewahren, andererseits im Fehlerfall konstruktiv dabei unterstützten, den Fehler ohne großen Aufwand zu beheben.
  • Steuerbarkeit: Ein interaktives System muss vom Benutzer steuerbar sein. Das abbrechen von initiierten Vorgängen oder “Undo-Funktionen” sind Elemente der Steuerbarkeit.
  • Individualisierbarkeit: Die Applikation muss sich an die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse seines Benutzers bei der Erledigung seiner Aufgaben anpassen lassen. Unter anderem betrifft dies die Forderung nach Barrierefreiheit.
  • Lernförderlichkeit: Der Benutzer sollte beim Erlernen des Umgangs mit der Software unterstützt und angeleitet werden, zum Beispiel mit einer “Guided Tour”.

Nielsen Heuristiken

Oft werden die 10 Heuristiken von Jakob Nielsen und Rolf Molich einer Heuristischen Evaluation zugrundegelegt:

  • Sichtbarkeit des Systemzustandes: Das System sollte Benutzer darüber informieren, womit es beschäftigt ist und in angemessener Zeit und Art reagieren.
  • Übereinstimmung zwischen System und der Realwelt: Das System sollte die Sprache des Anwenders sprechen und keine Codes verwenden. Konventionen der realen Welt sollte Rechnung getragen werden.
  • Benutzerkontrolle und Zufriedenheit: Der Benutzer sollte Fehler korrigieren und unerwünschte Vorgänge abbrechen können.
  • Konsistenz und Standards: Eine Anwendung sollte in sich konsistente Bezeichnungen und Platzierungen verwenden und sich, soweit möglich an die Plattformkonventionen halten.
  • Fehlerprävention: Fehlervermeidung ist immer besser als eine gute Fehlermeldung. Mehrdeutigkeit und Unübersichtlichkeit sollte vermieden werden, erwartete Daten-Konventionen solten ersichtlich sein.
  • Erkennen ist besser als Erinnern: Objekte, Aktionen und Optionen sollten verfügbar sein. Der Anwender sollte sich nicht erinnern müssen, Informationen sollten angezeigt werden, wenn sie gebraucht werden.
  • Flexibilität und Effizienz: Abkürzungen oder Bedienhilfen wie Shortcuts können die Geschwindigkeit für erfahrene Anwender erhöhen. Der Anwender sollte diese zudem selbst gestalten können.
  • Ästhetik und minimales Design: Dialoge sollten keine unwichtigen Informationen enthalten. Zusätzliche Information mindert die Sichtbarkeit der eigentlich relevanten Information. Informationen sollten kurz und gehaltvoll sein, unnötige Information sollte vermieden werden.
  • Hilfe für den Anwender beim Erkennen, Diagnostizieren und Rückgängig machen von Fehlern: Fehlermeldungen sollten in einfacher Sprache erfolgen, die Ursache des Problems präzise beschreiben und einen Lösungsweg aufzeigen.
  • Hilfe und Dokumentation: IEin System, dass ohne Dokumentation verwendet werden kann ist besser. Wenn Hilfe und Dokumentation angeboten werden, sollte die Information leicht zu finden sein. Die Hilfe sollte spezifisch auf die Aufgabe passen, welche gerade durchgeführt wird. Konkrete Schritte sollten einen Lösungsweg beschreiben und den Anwender schnell zum Ziel führen.

Guidelines

Auch User Interface-, Design- oder Plattform Guidelines können eine Grundlage für eine Experten Evaluation darstellen. In diesem Fall wird das System auf die Einhaltung vorher festgelegter Design-Patterns und Layout-Vorschriften hin überprüft, die gewählten Interaktionselemente nach ihrer Übereinstimmung mit den Guidelines evaluiert und plattformrelevante Konventionen als Messkriterium angesetzt. Eine Überprüfung nur auf dieser Grundlage würde aber in der Regel wichtige Usability-Faktoren nicht mit abprüfen, weshalb eine Evaluation basierend nur auf Guidelines eher selten ist. In Mischform mit anderen heuristischen Grundlagen ist sie allerdings sehr wertvoll, um Designaspekte zu verbessern und der Forderung nach Konsistenz beziehungsweise Erwartungskonformität nachzukommen.

Weitere Expertenmethoden

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Alternativen zu Expertenmethoden

Manchmal ist eine Expertenevaluation nur eine weitere Meinung in einem Meinungskrieg und kann nicht ausreichend klären, was zu tun ist. Ein Usability Test hilft, mit echten Benutzern ein klares Bild der Gebrauchstauglichkeit zu erzeugen.

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